Verein zur Pflege der Live-Musik e.V.

2. Online Wohnzimmer Konzert

Jochen Seiterle im Haus der Musik
25.03.2021, 20:00, danach jederzeit aufrufbar!
Kostenloser Zugang über: www.haus-der-musik-dossenheim.de/Veranstaltungen/

Gegensätzlicher kann es nicht sein! Olli Roth vermittelte bei der Eröffnung unserer Konzertreihe in seiner unnachahmlichen Art den Eindruck, man säße live vor ihm in der 1. Reihe, und nicht zu Hause am Bildschirm. Er sang und spielte uns seine eigenen Lieder, er spielte ungewöhnliche Cover Songs in sehr persönlichen Arrangements. Persönlich auch seine Geschichten zu den Liedern, seine lächelnden Anmerkungen zu seinen Spielereien mit dem Looper, mit dem er kleine „Bands“ erzeugte. Seine fröhliche Erklärung, er spiele gerne Lieder in „G, weil G is’ schee!“ war auch eine Rolling Stones Botschaft: It’s only Rock’n’Roll, but I like it!“ Großartig!

Bei Jochen Seiterle wird es dieses Mal eine Begegnung mit einem außergewöhnlichen Musiker, einem Virtuosen an seinem Instrument, der elektrischen Gitarre. Er beginnt seinen Auftritt mit einem leicht geschrammelten „It’s a Jungle out there“ von Randy Newman, mit einem Text, der bedrückend aktuell in unseren Corona- und klimakonfusen Zeit ist. Danach nimmt er uns mit auf eine Reise, die rigoros klangliche Grenzen überwindet, die man bisher bei einer elektrischen Gitarre vermutet hatte. Er bildet schwebende Echos, teilweise fast kreischende Töne, blubbernde Klangfiguren. 

Seiterle’s Version von „Walk on the wild Side“ ist weit entfernt von Lou Reed’s Original. Dieses Mal sitzt uns einer in einer lausigen Kneipe gegenüber und erzählt kratzig diese Geschichte. Danach erholt man sich an wunderbar bei „Days of Wine and Roses“, einem Jazz Klassiker, den man z.B. von Wes Montgomery kennt. Einfach nur wunderschön, man fühlt sich an einem heißen Tag in einer Strandbar, im Schatten, mit Hut, ein Glas leicht gekühlten sanften Roten…

Danach greift Seiterle zum 2. Mal bei diesem Konzert zur sehr ungewöhnlichen Bundhosen („Fretless“) Gitarre. Immer wieder greift er dabei an die Regelknöpfe seiner Pedale vor seinen Füßen, macht sie zu gleichberechtigten Partnern seiner Musik. Teilweise fühlt man sich an Tangerine Dream Klänge erinnert. Er läßt uns  während des ganzen Konzerts aus dem Technikraum des Hauses der Musik weiter hin und her springen, vom Jazz zur Elektronik, er singt französische Chansons („Le vent nous portera“), interpretiert ungewöhnliches („Slave to the Rythm“ von Grace Jones). 

Jochen Seiterle beeindruckende Vielseitigkeit beweist er in unzähligen Bands und Projekten: The Busters (Skaband), Freygish Brothers (Klezmer), Spellbound (Rockabilly), Heidi Aydt (Modern Jazz), Soundscape Africa (Ethnopop), William Cody Maher (spoken word) und Silke Hauck (Acoustic Pop) auf. Mit Peter Antony ist er zu hören in der Jazz Combo Limbus Club. Bei „Rock im Bruch 2019 – 50 Jahre Woodstock“ beendete er mit seinem Jimi Hendrix Projekt „Radio EXP“ das Festival.

Als er von unserem Projekt „Online Wohnzimmer Konzerte“ hörte, bot er spontan seine Unterstützung an. An der Seite von Tontechniker Tom Beisel ist er an der Produktion der Hintergrund Videos beteiligt.

Es wird dringend empfohlen, den Fernseher, den Computer oder das Tablet während der Übertragung mit der häuslichen Stereo Anlage zu verbinden, oder einen Kopfhörer zu verwenden! Laßt Euch ein auf Jochen Seiterle! 

http://jochenseiterle.com

Tom Beisel bei den Aufnahmen im „Technikraum“

Wir danken den Sponsoren der Wohnzimmer Konzerte